Die Sibirische Katze

  • Verschmuste Naturschönheit, die aus der Kälte kam...


    Die Sibirische Katze ist robust, wie es das rauhe Klima ihrer Heimat (Russland und die Ukraine) erfordert und wunderbar gesellig.

    Wie Maine Coon und Norwegische Waldkatze gehört auch die Sibirische Katze zu der Naturrasse der Waldkatzen.
    Es ist kein Zufall, dass im kalten Klima des Nordens in gleich drei Regionen (Maine Coon - Nordamerika, Norwegen - Norwegische Waldkatze und Sibirien - Sibirische Katze) Katzen dieses Typs gefunden wurden. Experten sprechen sogar davon, dass alle drei gleichen Ursprungs sind und sich entlang der Handelswege von Osten in Richtung Westen ausgebreitet haben.

    1984 kam die "Sibirskaja Koschka" erstmals in die damalige DDR, obwohl man sie in Rußland schon seit Jahrhunderten kennt. Nachdem sich auch westliche Züchter der Zucht annahmen wurde die Sibirische Katze 1992 vom WCF als eigenständige Rasse anerkannt. Die Fédération Féline (FIFe) schloss sich 1998 an.

    Die Sibirischen Katzen lebten viele Jahrzehnte lang in den nordrussischen Dörfern als normale Mäusejäger.
    In einer Familie sind sie häufig so anghänglich, dass ihr Verhalten manchmal eher an ein hundeartiges als ein katzengemäßes erinnert. Sie sind außergewöhnlich feinfühlig und liebevoll.
    An den extrem kalten Winterabenden zogen sich die Sibis mit ihren Menschen in die Hütten zurück, was vermutlich ihre extreme Anhänglichkeit erklärt.

    Sibirische Katzen schließen leicht Freundschaften zu Artgenossen, aber auch zu Hunden und anderen Tieren. 
    Das halblange Fell sieht pflegeintensiver aus als es ist. Dennoch sollte man sie insbesondere im Fellwechsel gelegentlich kämmen oder bürsten, damit nicht zu viele Haare in den Magen gelangen.

    Da sie in Sibirien gerne viele Wochen im Haus verbringen, arrangieren sich Sibis auch recht gut mit der Wohnungshaltung, am liebsten jedoch mindestens zu zweit, damit immer jemand zum kuscheln und spielen da ist. Außerdem sollte ausreichend Platz vorhanden sein und natürlich freut sich jede Katze riesig über sicheren Freilauf wie z.B. einen mit Netz gesicherten Balkon. Nichts geht jedoch über einen gesicherten Garten oder ein Freigehege und es macht nicht nur den Katzen sondern auch den Menschen Spass, sich gemeinsam in der Sonne zu entspannen.
    Eine Katze, die jedoch in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung gehalten wird, ist sicher nicht sehr glücklich.

  • DAS MÄRCHEN VON DEN ALLERGIKER-GEEIGNETEN KATZEN

    Häufig hört man, dass Menschen mit Katzenallergie weniger stark auf Sibirische Katzen (und auch ein paar andere Rassen) reagieren als auf andere Katzenrassen oder sogar komplett Allergiker geeignet wären.
    Dies hängt angeblich mit einer anderen Speichelzusammensetzung der Sibirer zusammen. Hierfür gibt es jedoch keine ausreichenden Beweise, Studien in Großbritannien zeigten lediglich einen minimal niedrigeren Wert als bei anderen Rassen.
    Mehrere Untersuchungen von Allergologen mittels Blut- und Scratchtest mit Tierhaaren Sibirischer Katzen zeigten bei Allergikern eine ebenso starke Reaktion wie bei anderen Katzen.
    Ich persönlich halte eine solche Art der "Verkaufsförderung" mancher Züchter einfach für unverantworlich sowohl Mensch als auch vor allem den Tieren gegenüber.
    Selbst wenn die Allergie nur relativ schwach ausgeprägt ist, sollte man immer daran denken, dass eine leichte Katzenallergie sich durch das Zusammenleben mit einer Katze verbessern aber eben leider häufig auch verschlimmern kann. Damit man das arme Tier nicht nach einiger Zeit wieder weggeben muss, sollten sich Allergiker daher die Anschaffung einer Katze - egal welcher Rasse - sehr gut überlegen und im Zweifelsfall zum Wohl der Tiere lieber davon Abstand nehmen.

  • Neva Masquarade


    Die Neva Masquarade (Neva) ist die Maskenvariante der Sibirischen Katze. Dies bedeutet, dass der Name lediglich eine andere Farbvariante der Sibirischen Katze kennzeichnet, so wie die Colourpoint Perserkatzen "Himalayan" genannt werden, sie ist aber durch und durch eine Sibirische Katze.
    Die Neva hat die für Maskenkatzen typische Färbung im Gesicht, an den Ohren, den Beinen und dem Schwanz. 
    Der Rest des Körpers ist je nach Farbvariante von hellerem bis dunklerem Weiß mit Schattierungen in der jeweiligen Maskenfarbe. Erlaubt sind alle Farben mit und ohne Tabbyzeichnung, mit und ohne Weiß.

  • Standard Sibirische Katze



    Inzwischen ist die Sibirische Katze bei zahlreichen internationalen Dachverbänden anerkannt, die ihre jeweiligen Standards etabliert haben. Die Abweichungen zwischen den einzelnen Standards liegen jedoch nur in vereinzelten Details.

    In etwa kann man die Sibis folgendermaßen beschreiben:

    Die Sibirische Katze ist von allen Waldkatzenrassen die kleinste und kompakteste und wird im Standard als mittelgroß bezeichnet.
    Der Kopf bildet ein kurzes, stumpfes Dreieck, das Kinn ist ausgeprägt, der Nasenrücken ohne Stop leicht nach innen gewölbt. Die Erscheinung ist nicht zu kantig, sondern weich. 
    Die Ohren sind kleiner und runder als bei Norweger oder Maine Coon und weiter auseinander stehend, breit an der Basis und innen behaart.
    Ihre mittelgroße Figur ist kleiner als bei der Maine Coon und weniger langgestreckt als bei den anderen Waldkatzenrassen. 
    Der Nacken ist kurz und kräftig mit Halskrause.
    Der Schwanz reicht bis zur Schulter, ist kräftig und breit, in guter Proportion zum Körper und lang behaart.
    Die Sibirische Katze steht auf mittelhohen, kräftigen Beinen mit kräftigen, runden Pfoten und den typischen "Fellhöschen" an den Hinterbeinen und Haarbüscheln zwischen den Zehen.
    Im Winter hat sie eine dicke Unterwolle mit wasserabweisendem Deckhaar. Besonders kennzeichnend ist das an den Schultern kürzere Fell. Überall langes Fell wie man es bei Persern findet, sollte bei den Sibis nicht vorkommen, auch wenn vielleicht manche Liebhaber und auch Züchter diese wuscheligen Tiere hübsch finden, so entsprechen sie dennoch nicht dem ursprünglichen Sibirertyp.

    Farben:
    Alle Fellmuster und Farben sind möglich, die Tiere mit Maskenzeichnung nennt man Neva Masquarade. Im Standard der CFA und der FIFe sind die zugelassenen Farben nochmals ausdrücklich aufgelistet.
    Die im folgenden vorgestellten Farben gehören jedoch NICHT dazu, unglücklicherweise stellt der amerikanische Dachverband TICA jedoch Stammbäume für solche Katzen aus!

  • MEHR ALS EIN WORT ZU DEN NEUEN MODEFARBEN

Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn und andere "exotische" Farben

In jüngster Zeit haben einige Züchter in Deutschland (aus der Gegend um Hamburg) bewusst auch Katzen in den Farben Chocolate und Cinnamon, sowie deren Verdünnung (Lilac und Fawn) gezüchtet. Da diese Farben in der Natur bei Sibirischen Katzen nicht vorkommen, wurden sie durch die Einkreuzung von anderen Katzenrassen (z.B. Somali) künstlich geschaffen.

Sind solche Einkreuzungen im Sinne der Erhaltung der Sibirischen Katze als "ursprüngliche" Rasse abzulehnen? Die Frage ob man in eine "Naturrasse" Fremdeinkreuzungen vornehmen sollte, lässt sich ohne einen schon fast philosophischen Streit wohl nicht beantworten.
Jeder wird dazu seine eigene Meinung und dafür auch eine mehr oder weniger gute Begründung haben.

Für mich ist die folgende Frage einfacher: Braucht es solche Farben bei einer Katzenrasse natürlichen Ursprungs wie den Sibis? Wofür braucht man bei den Sibirischen Katzen überhaupt NOCH MEHR Farben, die es bei Norwegern und Maine Coon ja auch nicht gibt?
Wir haben ja ohnehin schon die sehr hübsche Maskenvariante Neva Masquarade.
Und es gibt ja bereits andere Katzenrassen in den entsprechenden Farben und wenn jemand z.B. eine fawn-farbene Halblanghaarkatze möchte, kann er sich doch einfach eine Somali kaufen.

Nicht vergessen sollte man, dass man sich mit solchen Fremdeinkreuzungen möglicherweise auch die Erbkrankheiten der anderen Rasse in die eigene Rasse holt.
Gerade bei den Somalis (und den genetisch fast identischen Abessinierkatzen) existieren spezielle Krankheiten, die bei anderen Rassekatzen bisher noch nicht (Pyruvatkinasemangel) oder seltener auftreten.

Ein weiterer Punkt, der gegen Fremdeinkreuzungen spricht ist für mich die Notwendigkeit gerade die Sibirische Katze besonders nahe am Standard zu züchten. Nur so kann sich die Rasse ausreichend optisch von Norwegischer Waldkatze, Maine Coon oder Birma und Ragdoll abgrenzen. Fremdeinkreuzungen gehen da in genau die falsche Richtung.

Es sprechen also einige Gründe GEGEN die Fremdeinkreuzungen.
Allein die Zucht möglichst typvoller, gesunder und wesensfester Sibirischer Katzen ist für jeden Züchter doch eigentlich schon Aufgabe genug für ein ganzes Leben.

Ob all jene Züchter, die sich generell gegen Fremdeinkreuzungen und damit auch gegen die neuen, exotischen Farben entscheiden, es schaffen werden langfristig ausreichend ursprüngliche Linien erhalten zu können weiß ich nicht. Und was dies für die Rasse bedeuten wird kann ohnehin noch niemand einschätzen.

Allerdings wurde wohl in den letzten Jahren wohl auch in einigen Ländern des ehemaligen Ostblocks (und vielleicht noch vielen anderen) fremdeingekreuzt, anders als bei den Tieren aus Hamburg aber heimlich. Dies geschah, um möglichst schnell schicke Farben oder bei den Nevas ein strahlenders Blau der Augen präsentieren zu können. Anstatt langwierig und mühselig auf solche Ziele hinzüchten wählten einige Züchter leider den einfacheren Weg und bedauerlicherweise ohne dies in den Stammbäumen offenzulegen.

Genauere Infos zu diesen Einkreuzungen fremder Farben finden Sie auch HIER

Eine Liste von Züchtern OHNE Fremdeinkreuzungen von Chocolate, Lilac, Abessinierfarben usw. finden Sie HIER

Bimetallic (Golden und Silber)

Kürzlich las ich im Internet auf verschiedenen Seiten, dass diese Sibirische Katzen in BIMETALLIC anbieten. Bei dieser Farbbezeichnung soll es sich um Tiere handeln, die sowohl SILBER als auch GOLDEN sind.

Dies wäre genetisch jedoch so nicht möglich. Das Gen, welches für die Silberfärbung verantwortlich ist (Inhibitor-Gen) entscheidet darüber ob eine Katze Silber, Schwarz oder eben aufgrund jahrelanger züchterischer Selektion Golden ist.
Wie jedes Gen, so befindet sich auch dieses an einem bestimmten Genort (Genlocus).
Eine silberfarbene Katze hat den Genotyp I- (also II oder Ii). Eine goldene Katze hat nach der klassischen Genetiklehre immer den Genotyp ii. Eine Katze kann also niemals gleichzeitig sowohl I- also auch ii haben, daher ist es also nach dem derzeitigen Kenntnissstand der Vererbungslehre nicht möglich, dass eine Katze in Golden UND Silber gleichzeitig ist.

Daher stellt sich für den erfahrenen Züchter die Gretchen-Frage:
Handelt es sich um Silber mit zu viel Rufismus, was als ein Fehler in der Silberzucht angesehen wird oder haben wir es mit einer Genmutation und damit tatsächlich mit einer neuen Farbe zu tun?

Obwohl manche Goldenen stark an die Farbe Amber bei den Norwegischen Waldkatzen erinnert, fallen Tests auf das Amber-Gen negativ aus.
Auch hat bisher noch kein Genetiker eine anderes Gen identifiziert, welches für die "bimetallic" oder die goldenen Tiere verantwortlich wäre. Dieser Prozess ist natürlich auch nicht einfach.
Viele Züchter von goldenen Sibirern gehen davon aus, dass es sich anders als bei den Persern und Briten um ein eigenes, rezessives Gen handelt. Doch das ist nur eine Vermutung. Aufgrund einiger Verpaarungen von zwei goldenen Tieren, deren Nachwuchs jedoch nicht-golden war, kann man sofern dies wirklich so ist einen rezessiven Erbgang jedoch ausschließen. Dies wird also noch einige Zeit ein spannendes Thema bleiben.

"Moderner" Sibirer-Typ

Kürzlich sah ich im Internet eine langhaarige Katze in golden-tabby mit leuchtend grünen Augen. Früher hätte ich mir gedacht "aaah eine Britisch Langhaar". Fast die identische Katze hatte ich schon oft auf Seiten von BLH-Züchtern gesehen. Aber falsch gedacht, das was ich da sah, sollte laut Stammbaum eine Sibirische Katze sein.
Der Trend sich zugunsten der Farbe und einer guten Verkäuflichkeit der Tiere immer weiter vom ursprünglichen Sibirertyp zu entfernen ist leider in den letzten Jahren immer mehr zu erkennen, woran auch manche Richter nicht ganz unschuldig sind, die Züchter sogar ermutigen, Tiere mit immer stärker perserartigem Fell, runderen Augen und kleineren Öhrchen zu züchten.

Insgesamt sollte es das Ziel aller Sibirer Züchter sein, Tiere zu züchten, die möglichst gut dem ursprünglichen, natürlichen Sibirertyp entsprechen und keine, die man kaum mehr von BLH oder anderen Rassen unterscheiden kann.